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Finanzplanung für Unternehmen in der Übersicht

Aktualisiert am 27. Juni 2019
Das Wichtigste in Kürze

● Eine sorgfältig kalkulierte Finanzplanung ist für jedes Unternehmen unabdingbar
● Kontrolle von Einzahlungen und Auszahlungen
● Werkzeug zur Steuerung und Sicherung der Liquidität eines Unternehmens

Schritte zur Prüfung der Finanzplanung in einem Unternehmen

● Bestandsauflistung an liquiden Mitteln im Unternehmen
● Erfassung der Einzahlungen und Auszahlungen auf allen Konten
● Planung der zukünftigen Investitionen und Ermittlung des Kapitalbedarfs ● Erarbeitung einer Rentabilitätsvorschau
● Ermittlung des Maschinen-, Fahrzeug- und Anlagenbestandes und Finanzmittelbedarf für zukünftigen Ersatz
● Übersicht des Eigenkapitals für Investitionen 
● Aufstellung möglicher Kapitalquellen zur Finanzierung und um Liquiditätsengpässen vorzubeugen

Ein solider Finanzplan ist die Grundvoraussetzung für den Erfolg eines Unternehmens. Nicht umsonst ist die Finanz- und Liquiditätsplanung das Herzstück in jedem Businessplan. Der Kapitalbedarf, Zahlungsausfälle, Finanzierungslücken sowie Überschüsse werden sichtbar gemacht und helfen, Liquiditätsengpässe zu vermeiden und zeitnah abzufangen. Ein Unternehmen muss jederzeit in der Lage sein, seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Es muss ein ausreichender finanzieller Spielraum bleiben, um Investitionen zu tätigen und die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.

Der Businessplan als Ausgangsbasis einer soliden Finanzplanung

Der Liquiditätsplan ist der wichtigste Teil in einem Businessplan. Er gibt einen Überblick über die Entwicklung des Kontostands in den ersten Jahren nach der Gründung. Durch diese Vorausschau wird die Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens sichergestellt. Nicht nur für Existenzgründer gibt es Fallstricke, die aufgrund der fehlenden Erfahrung nicht ohne weiteres als solche verifiziert werden. Dazu gehören Investitionen, Aufträge, das Wachstum des Unternehmens, Steuern und eine falsche Gewichtung der Prioritäten. 

  • Investitionen greifen die Liquiditätsreserven an, weil sie bereits im ersten Jahr der Gründung auf einen Schlag vom Konto eingezogen werden. Steuerlich können sie über einen längeren Zeitraum, meistens über vier Jahre, abgeschrieben werden. Das bedeutet, dass ein Viertel der Investitionssumme alljährlich vom Gewinn abgezogen wird und die Steuerlast mindert.
  • Aufträge verursachen zunächst einmal Kosten, die zu einem späteren Zeitpunkt eingespielt werden. Meistens liegen zwischen der Auftragserteilung und dem Zahlungseingang mehrere Wochen, wenn nicht Monate. Um eine zu hohe Vorleistung zu vermeiden, kann es sinnvoll sein, den Kunden zu einer Anzahlung von mindestens 50 Prozent der Kosten bei Auftragsvergabe zu verpflichten.
  • Ein schnelles Wachstum kann für ein junges Unternehmen zu einem Problem werden, wenn nämlich die steigende Nachfrage nicht bewältigt werden kann, weil keine finanziellen Mittel oder Ressourcen vorhanden sind. Deshalb ist es wichtig, die Finanzierung nicht zu knapp zu kalkulieren und für einen ausreichenden Puffer zu sorgen, damit finanzielle Engpässe nicht zu einem Hemmschuh für das Unternehmenswachstum werden.
  • Es mag überraschen, doch viele Gründer tappen in die Liquiditätsfalle, gerade wenn es mit dem Unternehmen bergauf geht. Grund sind hohe Steuerzahlungen an das Finanzamt, die existenzbedrohend sein können, sofern keine Rücklagen gebildet wurden. Aufgrund deutlich gestiegener Einnahmen erhöht sich die Einkommensteuer. Hinzu kommt eine Steuernachzahlung für die bereits vergangenen Monate des laufenden Jahres plus eine nach oben korrigierte Steuervorauszahlung für den aktuellen Monat und die Folgemonate. 
  • Manchmal werden falsche Prioritäten gesetzt. Es wird zwar in das Unternehmen investiert, jedoch nicht in die Dinge, die das Wachstum des Unternehmens begünstigen. So kann es passieren, dass das Geld für wichtige und notwendige Anschaffungen fehlt. Auf der Prioritätenliste ganz oben sollte deshalb die Finanzierung behördlicher Vorgaben stehen. 

Gut beraten ist, wer bei der Planung der Finanzen von Anbeginn diese möglichen Fehlerquellen nicht nur in der Gründungsphase berücksichtigt, sondern konsequent fortsetzt. Ein sorgfältig erstellter Businessplan ist auch in den Folgejahren eine hervorragende Grundlage für die Finanzplanung, wenn er regelmäßig aktualisiert wird. Er hilft, die unternehmerische Fokussierung beizubehalten und zwar auch dann, wenn neue Geschäftsfelder erschlossen oder die persönlichen Stärken und Schwächen vernachlässigt werden. 

Die Ziele einer erfolgreichen Finanzplanung

Vorrangiges Ziel eines Finanzplanes ist, die laufenden Kosten, die steuerlichen Belastungen und bevorstehende Investitionenauf der Ausgabenseite und die zu erwartenden Einnahmen zu berechnen. 

Zu den laufenden Kosten beziehungsweise Verpflichtungen eines Unternehmens gehören zum Beispiel Gehälter, Abgaben an den Sozialversicherungsträger, laufende Mietzahlungen, gegebenenfalls Leasingraten, Rechnungen, Versicherungsbeiträge sowie mögliche Zins- und Tilgungsraten an den Kreditgeber, um nur einige Posten zu nennen. 

Hinweis

Die Finanzplanung sichert die Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens auf der Grundlage von Auszahlungen und Einzahlungen. Der Unternehmensführung ist zu jeder Zeit bekannt, welche liquiden Mittel zur Verfügung stehen und welche benötigt werden. Abhängig von der Situation müssen diese Daten oft tagesaktuell zur Verfügung stehen.

Kapital wird auch für Investitionen benötigt. Das gilt unter anderem für den Austausch alter gegen neue Maschinen, für den Ausbau der Digitalisierung und für die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit, zum Beispiel durch neue Produkte oder Dienstleistungen sowie durch die Erschließung neuer Märkte. Investiert werden muss auch in das Marketing eines Unternehmens, um den Verkauf voranzubringen. 

Die Aufgaben einer funktionierenden Finanzplanung

Die grundlegende Aufgabe des Finanzplanes ist die Transparenz über den Cashflow. Und es kommen weitere Aufgaben hinzu, unter anderem diese:

  • Den Geldbedarf für die nächsten Tage, Wochen und Monate berechnen und eine Prognose für die nächsten Jahre abgeben. 
  • Anhand der Kostenaufstellung gegebenenfalls eine Finanzierungslücke oder Zahlungsausfälle offenlegen.
  • Ermitteln, welcher Kapitalbedarf für Investitionen besteht und welche finanziellen Mittel zur Verfügung stehen.
  • Anhand der Kostenaufstellung gegebenenfalls eine Anpassung der Unternehmensstrategie vornehmen.
  • Für nicht benötigte liquide Mittel geeignete Anlageformen finden und das Unternehmenskapitel mehren. 
  • Finanzierungsmöglichkeiten für Investitionen ermitteln.

Die Finanzplanung von Unternehmen hat in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen. Einer der Gründe ist, dass Unternehmen, die Fremdkapital brauchen, von den Banken sehr genau unter die Lupe genommen werden. Anhand eines umfassenden Ratings werden die Konditionen festgelegt, zu denen eine Kreditvergabe erfolgt. Dann kommt es darauf an, dass die Finanzplanung Kapitalgeber überzeugt, nicht nur um Kapital zu erhalten, sondern auch um eine angemessene Verzinsung zu erzielen.

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