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Start in den Onlineverkauf – den eigenen Onlineshop erstellen

Aktualisiert am 6. August 2019
Das Wichtigste in Kürze


● Erfolgreiche Onlineshops überzeugen durch Aussagekraft, Reichweite und Produktvielfalt
● Fortwährende Optimierungen sind unerlässlich
● Für die Software sind vier- bis fünfstellige Investitionen einzuplanen – je nach den vorher definierten Anforderungen

Nächste Schritte:


● Definition der Anforderungen, die der Onlineshop erfüllen muss (Darstellung vieler Produktbilder, Anbindung an Verkaufsplattformen etc.)
● Ein Shopsystem auswählen, das zu diesen Anforderungen passt
● Tools wie KWFinder bieten sich an, um zu recherchieren, wie man Angebote bezeichnen und beschreiben kann
● Recherchen bei der Konkurrenz sind sinnvoll, um zu schauen, welche Features die eigene Zielgruppe an anderen Onlineshops besonders schätzt (und welche nicht)
● E-Commerce-Angebot aufsetzen
● Anbindung an bestehende Softwarelösungen
● Produktbeschreibungen und -bilder hinzufügen
● Onlinemarketingmaßnahmen starten
● Fortlaufende Optimierung

Das eigene E-Commerce-Angebot starten – Onlineshops lohnen sich auch für lokale Händler

Die Umsätze im deutschen E-Commerce kennen seit Jahren nur eine Richtung: nach oben. 2018 setzten die Onlineshops in der Bundesrepublik 53,4 Milliarden Euro um. Das war mehr als viermal so viel wie noch zehn Jahre zuvor und 4,7 Milliarden Euro mehr als 2017.

E-Commerce ist weiter stark auf dem Vormarsch. Viele Unternehmer, die im Online-Handel aktiv werden möchten, fragen sich jedoch, ob sie wirklich einen eigenen Shop benötigen. Schließlich gibt es die großen, stark frequentierten Verkaufsplattformen wie Amazon oder eBay. Allerdings gehen mit den Großen zwei Nachteile Hand in Hand: Erstens verlangen diese Plattformen 5 bis 20 Prozent Provision. Zweitens muss man die eigenen Angebote für die speziellen Anforderungen der jeweiligen Plattform und für die Suchmaschinen optimieren. Diese Arbeiten sind deutlich anspruchsvoller als entsprechende Maßnahmen für einen neuen Onlineshop. Mittel- bis langfristig ist dieser deshalb eine lohnende Entscheidung.

Glückliche Kunden – Onlinehandel bietet auch lokalen Unternehmen viele Vorteile
© Foto bruce mars / pexels.com

Einen Onlineshop erstellen: Entscheidungen in der Planungsphase

Bevor man seinen Onlineshop erstellt, gilt es festzulegen, welche Anforderungen er erfüllen soll. Dies betrifft vor allem zwei Fragen: Mit welcher Software und welchen Schnittstellen soll das Angebot kompatibel sein? Und wie kann man Produkte darstellen?

Bezüglich der Software ist entscheidend, welche Programme man im eigenen Unternehmen bereits nutzt. Es liegt beispielsweise in der Natur der Sache, das eigene Warenwirtschaftssystem und das ERP-System mit dem Shop zu verknüpfen. Die Buchhaltung möchte wahrscheinlich ebenfalls direkt auf die Umsätze zugreifen, um die Vorsteuer entsprechend zu planen.

Solche Verbindungen ermöglichen sogenannte APIs. Darunter sind Schnittstellen zu verstehen, die wie eine Brücke zwischen der Softwarelösung und dem Shop fungieren. Ein gutes Shopsystem bietet Schnittstellen zu allen gängigen Unternehmensprogrammen und veröffentlicht den Code der API (eine sogenannte „offene API“). Im Notfall kann man eine „Brücke“ eigenständig entwickeln. Möchte man zusätzlich zum Shop Angebote auf den großen Verkaufsplattformen einstellen, sollte es auch dafür Schnittstellen geben. Aus einer Softwarelösung heraus kann man Produkte im eigenen Shop sowie bei Amazon und Co. anbieten.

Zudem müssen Betreiber entscheiden, wie sie Produkte im Shop darstellen möchten. Dies betrifft etwa die sogenannten „Optionen“. Ein Beispiel für ein dabei nützliches Tool: WooCommerce als Onlineshop-Variante von WordPress ist einer der Marktführer als Shopsoftware. Optionen (beispielsweise unterschiedliche Schuhgrößen, Computerkonfigurationen etc.) können allerdings nur sehr eingeschränkt abgebildet werden. Bietet man Produkte an, bei denen Kunden solche Optionen wichtig sind, ist dies nachteilig. Wer beispielsweise einen Koffer in einer bestimmten Farbe kaufen möchte, sollte durch einen Klick auf die Farbe das entsprechende Gepäckstück sehen. Die Einbindung von Videos wird ebenfalls zunehmend wichtiger. So haben Kaffeemaschinenhersteller positive Erfahrungen damit gemacht, bereits auf der Shopseite Clips einzubinden, die Anleitungen zum Entkalken der entsprechenden Modelle zeigen. Auf diese Weise wissen Nutzer schon vor dem Kauf, dass sie bei Bedarf Hilfe finden. Wenn man einen Onlineshop erstellt, ist ebenfalls zu entscheiden, welche Bezahlverfahren dieser unterstützt. Üblich sind immer Kreditkarten und das Lastschriftverfahren. E-Wallets wie PayPal oder besondere Dienste wie Sofortüberweisung stehen ebenfalls hoch im Kurs. Manch eine Zielgruppe verlangt diese Zahlmethoden sogar. Dies gilt beispielsweise, wenn man Angebote für Minderjährige führt: Diese Nutzer haben keine eigenen Kreditkarten und behelfen sich mit Angeboten wie PayPal. Hilfreich ist ein Blick zur Konkurrenz: Was diese an Zahlungsarten anbietet, sollte man zumindest ebenfalls offerieren.

Das Shopsystem auswählen: Suchmaschinenoptimierung ab Werk mit an Bord

Bei der Shopsoftware hat ein angehender Shopbetreiber die Qual der Wahl: Es gibt umfassende Lösungen, die höchsten Ansprüchen beim Erstellen eines Onlineshops genügen. Diese verursachen allerdings auch hohe Kosten. Die Erstellung verschlingt dann bereits einen drei- bis vierstelligen Betrag. Zudem können monatlich mehrere Hundert Euro Nutzungsgebühr anfallen. Einfache und mittlere Shopsysteme sind in der Regel kostenlos in der Anschaffung. Dafür entstehen monatliche Gebühren von 5 bis 200 Euro.

Hohe Investitionen lohnen sich bei anspruchsvollen Anforderungen. Sollte ein Betreiber die meisten der oben vorgestellten Entscheidungen bejahen, benötigt er ein komplexes System, wie Magento oder Shopware. Bei geringeren Ansprüchen helfen bereits Weebly, Wix (beide sehr einfach) oder E-Shops sowie Shopify (beide für mittlere Ansprüche). Es ist ratsam, darauf zu achten, dass die gewählte Lösung ab Werk mit einer Suchmaschinenoptimierung ausgestattet ist. Dies entbindet den Betreiber zwar nicht davon, selbst durch Produktbeschreibungen, Blogbeiträge oder Bildertexte aktiv zu werden. Doch es entlastet ihn. Wenn man auf eigene Faust einen Onlineshop erstellt, ist es sinnvoll, sich für einen Shopbaukasten zu entscheiden. Diese Systeme sind einsteigerfreundlich konzipiert. Allerdings ist ihre Reichweite sowie die Features durch die eingesetzten Templates begrenzt. Mittelfristig ist es ratsam auf einen professionell erstellten Shop umzusteigen, bei dem jeder Designaspekt optimal auf das eigene Angebot zugeschnitten werden kann.

Online-Marketing: Aussagekraft wichtiger als andere Leistungen

Ist der Shop erstellt, muss man ihn mittels Online-Marketing bekannt machen. Aussagekräftige Inhalte sind dabei entscheidend. Erstens helfen diese in den Suchmaschinen. Zweitens stellen sie die Besucher zufrieden. Ferner empfiehlt sich ein eigener Stil, Inhalte zu gestalten, um sich unverwechselbar zu präsentieren. Beimder Erstellung der Inhalte unterstützen Tools wie Keyword Planner, KWHelper (kostenlos) oder Ahrefs (kostenpflichtig).

Weitere lohnende Leistungen im Online-Marketing betreffen Social Media: Ein eigener Auftritt bei Facebook und Co. ist unverzichtbar. Als Tipp: Instagram gewinnt fortwährend Nutzer, ist werbetechnisch aber längst noch nicht derart überlastet wie andere Netzwerke. Zudem kann man dank der Storys Anzeigen mit einfachsten Mitteln erstellen. Außerdem bringt es Betreiber weiter, Werbung bei Google (Adwords) zu schalten. Bannerwerbung, die auf zielgruppengerechten Seiten ausgespielt wird, ist ebenfalls empfehlenswert.

Hinweis

Bezahlte Onlinemarketing-Maßnahmen sind erst dann ratsam, wenn man ein eigenes Marketing-Budget einsetzen kann.

Abschließend: Risiken beachten

Natürlich gibt es nicht nur Vorteile, wenn man einen Onlineshop einrichtet. Es sind auch einige Fallstricke bzw. Nachteile bei der Erstellung eines Onlineshops zu beachten. So ein Projekt verlangt viel Arbeitszeit, Geduld und hohe Investitionen. Es kann passieren, dass diese persönlichen Anstrengungen nicht (schnell genug) zum gewünschten Erfolg führen. Ein häufiges Problem ist auch Selbstüberschätzung: Angehende Shopbetreiber denken, sie seien in der Lage, ihr Angebot selbst erstellen, um dann doch an der Aufgabe zu scheitern. Dann sind die Investitionen verloren. Oder es entstehen zusätzliche Kosten für den Einsatz von Experten. Es gilt deshalb, ehrlich mit sich selbst zu sein: Reichen die eigenen Kenntnisse, um das Projekt eigenständig durchzuführen? Oder ist professionelle Unterstützung doch ratsamer?


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