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Zwölf Tipps um die richtige Geschäftsidee zu finden

Aktualisiert am 14. August 2019
Das Wichtigste in Kürze


● Die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Gründung ist eine tragfähige Geschäftsidee
● Gute Geschäftsideen tragen zur Lösung von Problemen der anvisierten Kunden bei
● Während des Gründungsprozesses ändern sich Geschäftsidee und Geschäftsmodell voraussichtlich mehrmals

Die nächsten Schritte:


● Brainstorming zur Ideenfindung
● Marktrecherche und Kundenanalyse. Optimal ist, wenn man Kunden in die Entwicklung des eigenen Angebots aktiv einbezieht
● Partner und Ressourcen aktivieren
● Die Geschäftsidee praktisch testen und gegebenenfalls anpassen

Geschäftsidee finden und in mehreren Phasen realisieren

Der Schritt in die Selbstständigkeit reizt viele Menschen. Denn er ermöglicht ihnen, eigene Ideen zu entwickeln und erfolgreich in die Praxis umzusetzen. Auch Unabhängigkeit und Selbstbestimmung spielen für viele Gründer eine wesentliche Rolle. Langfristig erfolgreich sind sie jedoch nur, wenn sie eine tragfähige Geschäftsidee finden und für ihre Verwirklichung Strategiearbeit betreiben. Es gilt, die eigene Geschäftsidee zu erkennen, entwickeln, schützen, präsentieren und schließlich die ersten praktischen Schritte in der neuen Firma zu gehen. Gegebenenfalls ist es später erforderlich, die ursprüngliche Geschäftsidee zu korrigieren und an die Marktgegebenheiten anzupassen.

Verschiedene Methoden um die richtige Geschäftsidee zu finden.
Es gibt viele Wege, um die richtige Geschäftsidee zu finden
© Foto pixapay.com

Nachfolgend zwölf Tipps und weitere Inspiration, um eine gute Geschäftsidee zu finden:

  1. Painspotting
    Um eine erfolgreiche Geschäftsidee zu finden, müssen Gründer ihre potenziellen Kunden und deren Bedürfnisse verstehen. Eine Idee, die nicht zur Lösung von Problemen auf Kundenseite beiträgt, wird sich wahrscheinlich nicht in der Praxis behaupten. Zur Ideenfindung leistet in der Anfangsphase das sogenannte Painspotting einen effektiven Beitrag. Wörtlich bedeutet dieser englische Begriff, „Schmerzpunkte“ zu identifizieren. Gründer finden damit heraus, welche existierenden Produkte und Dienstleistungen die Kundenerwartungen nicht oder nur mit Einschränkungen erfüllen. Die Ursachen dafür liegen beispielsweise in mangelndem Komfort, einem wenig zeitgemäßen Angebot oder in zu hohen Preisen. Auf der Basis dieser Inspiration ist es möglich, eine Geschäftsidee zu finden, die die Kundenprobleme löst.
  2. Marktrecherche
    Jede tragfähige Geschäftsidee braucht einen Markt. Ohne reale Kunden werden Gründer nicht in der Lage sein, ihre Angebote zu verkaufen. Viele angehende Unternehmer meinen, dass die Welt auf ihr Angebot gewartet hat und sind dann darauf angewiesen, durch intensives Marketing überhaupt erst ein Kundenbedürfnis zu erzeugen. Deutlich einfacher ist es, ein Geschäftsmodell zu entwickeln, für das bereits Nachfrage besteht. Mit Marktrecherche und einer umfassenden Analyse, die den Markt und seine Konditionen, die Kunden sowie die vorhandenen Wettbewerber einschließt, verschaffen sich Gründer einen Überblick darüber, wie und zu welchen Konditionen sie ihre Geschäftsidee realisieren können
  3. Eine umsetzbare Geschäftsidee finden
    Wichtig ist auch, dass angehende Unternehmer sicher sind, ihre Geschäftsidee praktisch umsetzen zu können, bevor sie gründen. Daher müssen sie Antworten auf die Frage nach den eigenen Ressourcen finden. Hier geht es um die persönlichen Fähigkeiten zur Unternehmensgründung, eventuell vorhandenen Qualifikationsbedarf, aber auch um die Kosten der Gründung. Welche finanziellen Mittel sind vorhanden? Gibt es eine Chance, Investoren für das eigene Projekt zu interessieren? Wie wahrscheinlich ist es, dass sich das Unternehmen in einem angemessenen Zeitraum finanziell selbst tragen wird? Hier gilt es, sorgfältig abzuwägen, um die eigenen Potenziale sowie objektive Grenzen zu erkennen.
  4. Bewährtes Konzept oder neues Konzept – was ist besser?
    Eine pauschale Antwort auf diese Frage gibt es nicht. Eine Rolle spielt der Charakter des Produktes oder der Dienstleistung, das oder die angeboten werden soll. Ein Start-up wird sich wahrscheinlich eher mit Innovationen in seinem Markt platzieren und dafür ein neues Konzept entwickeln. Ebenso erfolgsversprechend ist es potenziell, ein bewährtes Konzept für den Geschäftsaufbau zu nutzen. Auch dann ist es sinnvoll, aktuelle Trends aufzugreifen und das eigene Angebot entsprechend zu gestalten.
  5. Franchise – wenn die Geschäftsidee zum Gründer kommt
    Franchise-Konzepte sind für viele Gründer besonders attraktiv. In diesem Fall entwickeln sie keine eigene Geschäftsidee, sondern übernehmen ein bereits eingeführtes und erfolgreiches Geschäftsmodell. In der Gründungsphase und auch später können sie mit aktiver Unterstützung durch den Franchise-Geber rechnen. Franchise-Konzepte stehen heute nicht nur in der Gastronomie oder im Einzelhandel, sondern auch in vielen anderen Branchen zur Verfügung. Allerdings treiben die Franchise-Gebühren in vielen Fällen die Gründungskosten in die Höhe.
  6. Unternehmensnachfolge
    Eine Unternehmensnachfolge ist ein spezieller Weg, eine Geschäftsidee zu finden. In der Praxis spielt er eine immer größere Rolle. Das Bonner Institut für Mittelstandsforschung (IfM) schätzt, dass in den Jahren 2018 bis 2022 rund 150.000 Unternehmen unterschiedlicher Größenordnungen mit insgesamt 2,4 Millionen Mitarbeitern zur Übergabe stehen. In der Regel handelt es sich dabei um Familienunternehmen. Eine solche Unternehmensnachfolge kann familienintern, unternehmensintern durch einen oder mehrere Mitarbeiter sowie durch eine externe Übernahme erfolgen. Wichtig ist vor allem bei internen Lösungen eine lange Vorbereitungsphase, um einen nahtlosen Übergang ohne Geschäftseinbußen zu garantieren.
  7. Brainstorming – gute Partner suchen
    Um eine passende Geschäftsidee zu finden, sind Partner besonders hilfreich. Bei der Ideenfindung und bei der Gründung spielen diese beteiligten Personen ihre Stärken aus. Gleichzeitig sorgen sie für einen kontinuierlichen Feedback-Prozess im Gründungsteam und bringen eigene Ressourcen für die Gründung mit. Statistiken belegen, dass Teamgründungen sich als besonders tragfähig erweisen. Optimal ist ein Team von drei bis vier Personen.
  8. Inspiration von außen holen
    Andere Länder, andere Sitten und auch andere Geschäftsideen. Wer gründen möchte und gern reist, sollte auch an Inspirationen für mögliche eigene Geschäftskonzepte denken. Auch das Internet bietet zu diesem Thema optimale Möglichkeiten ohne räumliche Begrenzung. Viele heute erfolgreiche Geschäftsideen wurden ursprünglich importiert. Ein prominentes Beispiel dafür sind die Samwer-Brüder, die sowohl als Gründer als auch als Investoren auf dem Markt aktiv sind. Ihr erstes „Import-Projekt“ und ein ausgesprochenes Erfolgsmodell war der Ebay-Klon Alando (1999), den Ebay allerdings bereits 100 Tage nach der Gründung übernahm.
  9. Die Lean-Start-up-Methode nutzen
    Die Wurzeln dieser Methode liegen in der Produktion. Zu den Kerngedanken des sogenannten Lean Manufacturing gehört, bedarfsgerecht und nur in kleinen Losgrößen zu produzieren, um Lagerüberhänge und fehlerhafte Chargen zu vermeiden. Die Lean-Start-up-Methode adaptierte dieses Vorgehen auf die Gründung und den Aufbau von Firmen. Sie besagt, dass Kunden ein Produkt oder eine Dienstleistung bereits zu einem frühen Zeitpunkt der Entwicklung angeboten wird. Durch ihr Feedback tragen sie zur weiteren Entwicklung des Angebots, das ihren Erwartungen passgenau entspricht, bei.
  10. Businessplan schreiben
    Die meisten Experten sind der Ansicht, dass das Schreiben eines Businessplans am Anfang einer Gründung steht. Die Geschäftsidee zu finden und den Unternehmensaufbau zu planen, fallen bei diesem Ansatz unmittelbar zusammen. Erfolgreiche Gründer meinen dagegen, dass ein Businessplan erst sinnvoll ist, wenn die Geschäftsidee sich als realisierbar und aus der Perspektive des Marktes als tragfähig erwiesen hat. Wahrscheinlich ist, dass sich die Idee und das anvisierte Geschäftsmodell in den ersten sechs bis zwölf Monaten mehrmals verändern.
  11. Die eigene Komfortzone verlassen
    Eine Unternehmensgründung erfordert Arbeit und Begeisterung. Dabei ist es nur ein wichtiger Punkt, die Geschäftsidee zu finden. Ebenso bedeutsam ist, dass angehende Gründer sich darüber im Klaren sind, dass sie mit der Verwirklichung ihrer Idee die eigene Komfortzone verlassen, sich bisher unbekannten Herausforderungen stellen und dazu auch Ängste überwinden müssen.
  12. Identifikation mit der Geschäftsidee
    Allein um die passende Geschäftsidee zu finden, ist oft ein langer Atem nötig. Das Gleiche gilt für den Unternehmensaufbau. Bis eine neue Firma ihr Profil gefunden hat und auf dem Markt etabliert ist, dauert es oft mehrere Jahre. Gründern, die sich mit der Kernidee ihres Projekts nicht vollständig identifizieren, wird es schwerfallen, diese Phasen und die damit verbundenen Veränderungen ihres Geschäftskonzeptes durchzustehen.


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