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Die wichtigsten Versicherungen für Unternehmen

Aktualisiert am 18. Juli 2019
Das Wichtigste in Kürze

● Jede unternehmerische Tätigkeit ist mit Risiken verbunden, die eine Absicherung erfordern
● Versicherungen für Unternehmen gibt es nahezu für alle möglichen Szenarien
● Eine passende Betriebshaftpflicht-Versicherung sollte in den meisten Fällen abgeschlossen werden
● Bei der Absicherung des Unternehmens sollte die persönliche Absicherung des Unternehmers nicht zu kurz kommen

Die nächsten Schritte

● Überblick über die verschiedenartigen Versicherungen erhalten
● Auflistung der unternehmensspezifischen Risiken
● Klärung des Versicherungsbedarfs des Unternehmens mit einem Versicherungsmakler
● Doppelversicherungen vermeiden

Versicherungen für Unternehmen – welche sind wichtig

Jede unternehmerische Tätigkeit ist mit Risiken verbunden, die bei einer mangelhaften Absicherung schnell zu ernsten Schwierigkeiten für die wirtschaftliche Situation oder sogar zum Ruin führen können. Das gilt für große und kleine Betriebe wie für Existenzgründer gleichermaßen. Deshalb ist es eminent wichtig, sich zu überlegen, welche Konsequenzen ein bestimmter Schadensfall haben kann und wie man sich dagegen schützt. Der folgende Beitrag gibt einen Überblick über Versicherungen, die jeweils verschiedene Bereiche abdecken.

Die persönliche Absicherung steht an erster Stelle

Selbstständige Existenzgründer müssen für ihre Sicherheit sowohl ihre privaten wie geschäftlichen Risiken versichern. Dabei sollten sie zunächst an ihre persönliche Absicherung denken. Um eine Krankenversicherung kommt niemand herum, denn die ist vorgeschrieben. Dabei besteht die Möglichkeit zwischen einer privaten und einer gesetzlichen Krankenversicherung zu wählen. Während erstere bei der Palette der Behandlungen zahlreiche Vorteile bringt, ist letztere für Unternehmer mit geringem Einkommen und bei der Existenzgründung die deutlich günstigere Variante. Dies ist insbesondere der Fall, wenn noch der Gründungszuschuss vom Arbeitsamt bezogen wird.

Eine Rentenversicherung ist für Selbstständige und Freiberufler aus den Berufsgruppen Hochschuldozenten, Handwerksmeister, Publizisten und Künstler obligatorisch. Alle anderen müssen sich anderweitig um ihre Altersvorsorge kümmern. Unbedingt zu empfehlen ist auch eine Berufsunfähigkeitsversicherung, denn von der eigenen Arbeitskraft und Gesundheit hängt bei Selbstständigen meist die gesamte Existenz ab.

Hinweis

Um die persönliche Absicherung noch weiter zu stärken, können Gründer auch noch eine Arbeitslosen- und Unfallversicherung abschließen.

Betriebliche Versicherungen für verschiedene Schadensfälle

Je nach dem Status eines Selbstständigen oder Freiberuflers bzw. der Unternehmensform machen verschiedene Absicherungsmöglichkeiten gegen Schäden und Risiken Sinn. Diese können dem persönlichen oder dem Schutz von Mitarbeitern dienen oder decken Schäden an der Betriebseinrichtung, an Waren, oder im Falle falscher Beratungen ab. Wird eine der folgenden Versicherungen abgeschlossen, ist es wichtig, dem Versicherer jede Änderung unverzüglich mitzuteilen, damit eine ausreichende Deckung gewahrt bleibt. Häufig fragen die Versicherungsunternehmen einmal pro Jahr selbst nach, ob sich Änderungen ergeben haben. Ein ausreichender und dauerhafter Schutz ist aber nur sichergestellt, wenn die Änderungen auch vertraglich festgehalten und in der Versicherungspolice dokumentiert werden. Dies kann zum Beispiel in Form eines Nachtrags geschehen.

Hinweis

Ein ausreichender und dauerhafter Schutz ist nur sichergestellt, wenn die Änderungen auch vertraglich festgehalten und in der Versicherungspolice dokumentiert werden. Dies kann zum Beispiel in Form eines Nachtrags geschehen.

Folgende betriebliche Versicherungen sind je nach Unternehmensform zu empfehlen, um sich gegen Risiken abzusichern.  

Betriebshaftpflichtversicherung

Die Betriebshaftpflicht ist die am weitesten verbreitete Versicherung mit der sich kleine und mittelständischer Unternehmen in Deutschland vor Risiken schützen. Sie dient zur Absicherung bei Schadenersatzansprüchen von dritter Seite, beispielsweise von Lieferanten und Kunden, Mitarbeitern und Besuchern des Unternehmens. Sie umfasst sowohl Personen-, als auch Vermögens- und Sachschäden. Darüber hinaus kann sie zu einer Umwelthaftpflicht erweitert werden, um durch Betriebsabläufe entstandene Umweltschäden zu versichern.

Berufshaftpflichtversicherung

Sie ist vor allem für Freiberufler und Dienstleister gedacht und schützt vor einem finanziellen Schaden, der auf Grund eines beruflichen Versehens enstehen könnte, etwa durch eine falsche Beratung oder eine mangelhafte Begutachtung bestimmter Sachverhalte. Für Berufsgruppen wie Rechtsanwälte, Ärzte, Apotheker, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater ist sie eine gesetzlich vorgeschriebene Pflichtversicherung.

Betriebliche Versicherung für Geschäftsunterbrechung

Führen gewisse Umstände dazu, dass keine Erträge erwirtschaftet werden, springt die Betriebsunterbrechungsversicherung ein, um den nicht erzielten Gewinn sowie laufende Kosten für Löhne und Gehälter, Mieten, Zinsen und ähnliches abzudecken. Diese Versicherung wird auch dann relevant, wenn der primär geschädigte Betrieb für einen weiterverarbeitenden Betrieb produziert und dieser aufgrund der ausbleibenden Lieferung wiederum die eigene Produktion unterbrechen muss.

Vermögensschadenhaftpflicht

Diese Form der Haftpflichtversicherung ist vor allem für Geschäftsführer einer GmbH und Vorstände einer Aktiengesellschaft interessant, wenn der Fall einer persönlichen Haftung eintritt. Wie der Name besagt, geht es dabei ausschließlich um Vermögensschäden und nicht um Sach- oder Personenschäden. Sie ist auch für Tätigkeiten zu empfehlen, bei denen fremde Vermögensinteressen aus einer Beratungstätigkeit heraus wahrgenommen werden.

Director & Officers-Versicherung

Die Director & Officers-Versicherung – häufig abgekürzt als D & O – ist eine Form der betrieblichen Haftpflichtversicherung, die ausschließlich für Vorstände und Geschäftsführer gedacht ist. Unternehmen schützen damit ihre leitenden Manager und Angestellten gegenüber Forderungen Dritter. Zu beachten ist dabei, dass der Schutz nicht auf das Unternehmen abzielt, sondern nur auf Organe wie die Geschäftsführung einer GmbH oder den Vorstand und den Aufsichtsrat einer AG.

Versicherung für Angestellte

Sobald ein Unternehmen Mitarbeiter einstellt, müssen sich Existenzgründer auch mit deren Absicherung auseinandersetzen und sich zum Beispiel um eine Unfall- oder betriebliche Altersversicherung und Vorsorgemöglichkeiten kümmern.

Geschäftsinhaltversicherung

Diese betriebliche Versicherung deckt Schäden an Geschäftseinrichtungen, Maschinen, Geräten oder auch Warenbeständen ab. In der Regel wird dabei der Neuwert der beschädigten oder zerstörten Sachen ersetzt, damit diese schnell ersetzt werden können, um die Störung oder Unterbrechung der Betriebsabläufe möglichst kurz zu halten.

Produkthaftpflichtversicherung

Produzierende Unternehmen, Lizenznehmer und Lieferanten können sich mit dieser Versicherung gegen Schäden absichern, die durch fehlerhafte Produkte entstehen. Sie kann mit der weiter oben genannten Betriebshaftpflicht verbunden werden.

Je nach Ausstattung des Unternehmens und der Geschäftsräume können noch weitere Versicherungen in Frage kommen. Dazu zählen Einbruchs- und Diebstahlversicherungen, Haftpflichtversicherungen für betriebliche Kraftfahrzeuge, Feuer- oder Sturmversicherungen.

Eine ausführliche und kompetente Beratung steht an erster Stelle

Um sich als Unternehmer, Selbstständiger oder Freiberufler in diesem „Dschungel“ der Versicherungen für Unternehmenzurechtzufinden, muss man sich entweder ein umfangreiches Wissen aneignen oder sich von einem kompetenten Experten auf dem Gebiet betrieblicher Versicherungen beraten lassen. Dies kann bei einem Versicherungsmakler oder beim entsprechenden Branchenverband geschehen. Denn diese haben nicht nur den Überblick über die Bedeutung und Schutzfunktionen der Policen, sondern auch einschlägige Erfahrungen, die an Hand praktischer Beispiele untermauert werden können. Ob freiwillige oder Pflichtversicherung, eine intensive Beratung und eventuell auch Vermittlung kann sowohl Risikenminimieren, als auch finanzielle Vorteile durch einen Versicherervergleich bringen. Zum Teil können auch die entsprechenden Berufsverbände Hilfestellung geben bzw. mit Rahmenverträgen bei Versicherungsgesellschaften günstige Konditionen bieten.

Entscheidend bei Versicherungen für Unternehmen ist immer die vertraglich vereinbarte Deckungssumme. Über diese Grenze hinaus gewähren Versicherer keine Leistungen. Die Haftung im Falle eines Schadens kann aber grundsätzlich unbegrenzt eintreten, so dass alles, was über die Deckungssumme hinausgeht, persönlich zu verantworten ist. Deshalb ist vor dem Abschluss einer betrieblichen Versicherung jeweils genau abzuwägen, welche Schäden in welcher Höhe entstehen können und wie diese im schlimmsten Fall beglichen werden können. Ist beispielsweise ein Elektrikermeister überwiegend in großen Unternehmen an teuren Maschinen und Anlagen tätig, wird eine Schadensersatzforderung bei einer fehlerhaften Reparatur mit Sicherheit deutlich höher ausfallen, als wenn er nur mit Haushaltsgeräten von privaten Kunden zu tun hat.


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